Skip to main content

Hautarztpraxis Dr. Ina Schulze

Allgemeine hautärztliche Leistungen

Photodynamische Therapie und Tageslichttherapie bei Hautkrebs und Hautkrebsvorstufen

Das klassische PDT-Verfahren

Unter der klassischen Photodynamischen Therapie (PDT) versteht man ein Verfahren zur Behandlung der Vorstufen von weißem Hautkrebs, teils auch nicht operablen Hautkrebsformen und anderen Neubildungen je nach Indikation.

Wir verwenden zur Anschaulichkeit gern den Vergleich mit der Titanic. Dieses allen bekannte tragisch untergegangene Passagierschiff fiel nicht einer oberflächlichen Eiserhebung zum Opfer, sondern den tieferen gefährlicheren Massen in der Tiefe. Ähnlich ist es mit der Haut bei weißen Hautkrebsvorstufen. Was an der Oberfläche zu fühlen und zu sehen ist, ist oft nur „die Spitze des Eisberges“.

Da ohne Skalpell nach einem intelligenten „Schlüssel-Schloss Prinzip“ gearbeitet wird, erfolgt die Behandlung in der Regel narbenfrei. Die Methode wird sowohl therapeutisch-medizinisch als auch prophylaktisch in der Anti-Aging-Therapie angewendet, um lichtgeschädigte Haut flächig und sehr schonend zu erneuern.

Die Ausbreitung erkrankter Areale kann mittels Lasermikroskopie, welche über 1,4 mm tief in die Haut schauen kann (auch optischer Cohärenstomografie „OTC“ genannt), festgelegt werden. Geräte wie z.B. Vivosight® kommen hierfür bei uns zum Einsatz.

Behandlung und Ablauf

Nach Vorbereitung der Haut mittels Reinigung und Entfernung oberflächlicher Hautschüppchen – bei Bedarf auch unter Anwendung modernster Lasertherapie fraktional (fraxel. Fraxellaser) und Erzeugen feinster kaum sichtbarer Hautporen – erfolgt das Auftragen eines Sensibilisators in Form einer Creme. Nach ausreichender Einwirkzeit  werden die zu behandelnden Hautareale mit einem speziellen, z. B. rotem Licht einer definierten Wellenlänge behandelt. Diese Belichtung dauert ca. 8 Minuten.

Die klassische PDT umfasst in der Regel zwei Behandlungssitzungen, die im Abstand von ca. zwei Wochen erfolgen. Gegebenenfalls können weitere Behandlungen erforderlich sein.

Nachwirkungen der Behandlung

Nach der PDT kann es über einige Tage lang zu Rötungen, Schwellungen und sehr selten auch Blasenbildung der zu behandelten Areale kommen. Musste augennah behandelt werden, können diese Bereiche ebenfalls vorübergehend anschwellen. Im weiteren Verlauf kann sich, als Zeichen der Heilung und des Abstoßens kranker und lichtgeschädigter Hautkrusten, ein sonnenbrandartiges Abschilfern im Behandlungsareal zeigen. Diese bilden sich wieder zurück und eine jüngere frischere Haut kommt zum Vorschein.

Empfehlungen nach der Behandlung

Bis 24 Stunden nach der Behandlung sollten Sie jede Sonnenbestrahlung der behandelten Hautareale vermeiden, um neue Lichtschäden zu vermeiden (Aufenthalt im Schatten bzw. Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50).

In den ersten zwei Tagen nach der PDT sollten keine Salben und Cremes (auch keine Kosmetika oder Pflegeprodukte) außer den mit Ihrem Arzt abgesprochenen Präparaten im therapierten Bereich verwendet werden. Fruchtsäurecremes sollten in der ersten Zeit im Behandlungsareal komplett gemieden werden. 

PDT-Therapie mit simuliertem Tageslicht
Eine schmerzarme, zielgerichtete und kontrollierbare Bestrahlung

Besonders hellhäutige Menschen sind von sogenannten aktinischen Keratosen, einer Frühform des hellen Hautkrebses, betroffen. Diese treten meist an Hautstellen auf, die der Sonne bei Aktivitäten im Freien besonders ausgesetzt sind. Meist erst Jahrzehnte nach intensiver Sonnenbestrahlung ruft das UV-Licht zunächst nur in den oberflächlichen Hautzellen eine genetische Veränderung hervor.

Die PDT-Therapie mit simuliertem Tageslicht stellt eine der wirksamsten und nebenwirkungsärmsten Therapieoptionen dar, um die Vorstufen des hellen Hautkrebses großflächig, schmerzarm, gut verträglich und dauerhaft zu beseitigen. Hierbei spielt die Auswahl der Lichtquelle für den Therapieverlauf eine entscheidende Rolle. Während die klassische PDT mit rotem Licht durchführt wird und aufgrund der raschen Freisetzung zellschädigender Substanzen mit stärkeren Schmerzen verbunden ist, ist die PDT mit Tageslicht äußerst schmerzarm.

Dank der Fortschritte in der LED-Technik stehen uns nun spezielle Geräte zur Verfügung, die das natürliche Tageslicht simulieren, und daher eine schmerzarme, zielgerichtete und kontrollierbare Bestrahlung der aktinischen Keratosen ohne schädigende UV-Strahlung ermöglichen.

© GME German Medical Engineering GmbH
Anwendungsgebiete
  • Behandlung aktinischer Keratosen an Gesicht, Handrücken und Dekolleté u.a. auch bei großflächigem Befall („Feldkanzerisierung“)

  • Vorbeugung der Entstehung weiterer Hautkrebsvorstufen mit flächendeckender Therapie von Hautschäden, die mit bloßem Auge unsichtbar sind 

  • bei fortgeschritteneren Hautkrebsfällen, die sich wegen möglicher krankheitsbedingter Morbidität und/oder schlechter kosmetischer Ergebnisse nicht für eine chirurgische Behandlung eignen 

  • in Hautarealen mit chronischen Lichtschäden wie Gesicht, Handrücken und Dekolleté zur kosmetischen Hautverjüngung, durch Stimulierung der Kollagenbildung 

  • Anti-Aging
Wirkungsweise und Behandlung sanfter als bei konventioneller PDT

Durch die kombinierte Anwendung einer photosensibilisierenden Substanz (5-Aminolävulinsäure) in Gelform und simuliertem Tageslicht werden die Tumorzellen in der Oberhaut selektiv zerstört, während das gesunde umliegende Gewebe verschont bleibt. 

Risiken und Nebenwirkungen

Die PDT mit simuliertem Tageslicht ist weitgehend schmerzfrei, führt aber am Folgetag meist zu einer sonnenbrandähnlichen Rötung, Schwellung und gegebenenfalls auch Krustenbildung. Diese Entzündungsreaktion, die meist innerhalb von einer Woche abklingt, ist ausdrücklich erwünscht, da sich dadurch Ihre oberflächlichen Hautkrebsvorstufen ablösen. Das Ausmaß hängt daher stark davon ab, wie flächenhaft und fortgeschritten der Befall mit aktinischen Keratosen bei Ihnen schon ist. In der Regel entstehen dabei keine Narben oder Flecken und Ihre Haut wird jünger und frischer aussehen. Sehr seltene unerwünschte Nebenwirkungen sind Hyperpigmentierungen (Braunfärbung), Hypopigmentierung (Aufhellung) und dauerhafte Rötungen.